[COLOGNE] A Fallen Tree Still Flowers: Catherine Anholt

1 - 30 August 2026

[EN]

CHOI&CHOI Gallery presents A Fallen Tree Still Flowers by Catherine Anholt, on view from 1 to 30 August 2026. The exhibition marks the artist's third solo presentation with the gallery and her first solo exhibition in Germany.

 

Presenting a series of paintings completed over the past year, the exhibition continues Anholt's ongoing exploration of self-reflection and storytelling, where personal memory, imagined narratives and dreamlike landscapes converge. At the heart of the exhibition lies the artist's grief following the loss of her daughter, Maddy, and the process of navigating sorrow, healing and hope through painting. The exhibition's title, A Fallen Tree Still Flowers, arose from the artist's encounter with a seemingly lifeless cherry tree that unexpectedly bloomed in spring, a poignant metaphor for the possibility of renewal through creativity, even in the depths of loss. Drawing upon a profound reservoir of emotion and memory, Anholt creates deeply personal compositions that nevertheless resonate with universal experiences of love, resilience and hope.

 

Boy in a Blue Landscape is one such example. A solitary figure sits among fields of flowers and trees, while a dreamlike ray of light illuminates a path just beyond their reach. The painting reflects the isolation and loneliness that, at different moments in our lives, we all experience, "the human condition that is sometimes difficult to comprehend," as the artist describes it. Yet nature, a recurring presence throughout the exhibition, also becomes a source of healing. The lone figure embodies our capacity to recover despite adversity, suggesting that even in the face of uncertainty and pain, renewal remains possible.

 

Throughout the exhibition, memory becomes an active archive. In Diary of an Artist, Anholt draws upon her lifelong practice of keeping visual journals, weaving together personal memories, historical references and artefacts into paintings that reflect humanity's enduring impulse to tell stories. Pain, love and hope are experiences passed from one generation to another, and by incorporating these themes alongside familiar motifs, Anholt creates works that speak not only of her own life but also of the shared emotional histories that connect us all.

 

In recent years, Anholt has also incorporated handwritten text into her paintings as a means of documenting her emotions. In works such as Uncontrollable Beauty, spontaneous, stream-of-consciousness writings become an extension of the painted image, adding another layer of communication between artist and viewer. Originally conceived as love letters to those no longer with her, these intimate texts have since become one of the defining elements of her practice, inviting viewers into a space that feels at once like a sketchbook, a diary and a conversation. While deeply personal, they acknowledge a truth that underpins the exhibition as a whole. Even in profound despair, beauty continues to exist alongside grief.

 

Throughout A Fallen Tree Still Flowers, Anholt transforms personal loss into a compassionate meditation on grief, memory and resilience. While rooted in her own experiences, the paintings remain intentionally open-ended, allowing viewers to bring their own memories and interpretations to the work. The exhibition ultimately offers not only a portrait of mourning, but also a quiet affirmation that through creativity, love and remembrance, healing and beauty can continue to flourish long after loss.

 

[DE]

CHOI&CHOI Gallery präsentiert A Fallen Tree Still Flowers von Catherine Anholt, zu sehen vom 1. bis 30. August 2026. Die Ausstellung ist die dritte Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie und zugleich ihre erste Einzelausstellung in Deutschland.

 

Gezeigt wird eine Serie von Gemälden, die im vergangenen Jahr entstanden sind. Sie setzt Anholts fortlaufende Auseinandersetzung mit Selbstreflexion und Erzählung fort, in der persönliche Erinnerungen, erfundene Geschichten und traumhafte Landschaften ineinanderfließen. Im Zentrum der Ausstellung steht die Trauer der Künstlerin um den Verlust ihrer Tochter Maddy und der Prozess, Kummer, Heilung und Hoffnung durch die Malerei zu verarbeiten. Der Titel der Ausstellung geht auf eine Begegnung der Künstlerin mit einem scheinbar toten Kirschbaum zurück, der im Frühling unerwartet zu blühen begann – eine berührende Metapher dafür, dass durch Kreativität selbst in tiefster Trauer Erneuerung möglich ist. Aus einem tiefen Reservoir an Gefühlen und Erinnerungen schöpfend, schafft Anholt sehr persönliche Werke, die dennoch universelle Erfahrungen von Liebe, Widerstandskraft und Hoffnung ansprechen.

 

Boy in a Blue Landscape ist ein gutes Beispiel dafür. Eine einsame Figur sitzt inmitten von Blumenfeldern und Bäumen, während ein traumartiger Lichtstrahl einen Weg beleuchtet, der knapp außer Reichweite bleibt. Das Bild spiegelt die Isolation und Einsamkeit wider, die wir alle in bestimmten Momenten unseres Lebens erleben – "die menschliche Verfassung, die manchmal schwer zu begreifen ist", wie die Künstlerin es beschreibt. Doch die Natur, ein wiederkehrendes Motiv in der ganzen Ausstellung, wird auch zur Quelle der Heilung. Die einsame Figur steht für unsere Fähigkeit, Widrigkeiten zu überwinden, und zeigt, dass selbst angesichts von Ungewissheit und Schmerz Erneuerung möglich bleibt.

 

Erinnerung wird in der gesamten Ausstellung zu einem lebendigen Archiv. In Diary of an Artist greift Anholt auf ihre lebenslange Praxis des visuellen Tagebuchführens zurück und verwebt persönliche Erinnerungen, historische Bezüge und Fundstücke zu Bildern, die den menschlichen Drang zum Geschichtenerzählen widerspiegeln. Schmerz, Liebe und Hoffnung sind Erfahrungen, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Indem Anholt diese Themen mit vertrauten Motiven verbindet, entstehen Werke, die nicht nur von ihrem eigenen Leben erzählen, sondern auch von den gemeinsamen emotionalen Geschichten, die uns alle verbinden.

 

In den letzten Jahren hat Anholt außerdem handgeschriebenen Text in ihre Bilder eingebaut, um ihre Gefühle festzuhalten. In Werken wie Uncontrollable Beauty werden spontane Bewusstseinsstrom-Notizen zu einer Erweiterung des gemalten Bildes und schaffen so eine zusätzliche Kommunikationsebene zwischen Künstlerin und Betrachter. Ursprünglich als Liebesbriefe an Menschen gedacht, die nicht mehr da sind, sind diese sehr persönlichen Texte inzwischen zu einem der prägendsten Elemente ihrer künstlerischen Praxis geworden. Sie laden die Betrachter in einen Raum ein, der gleichzeitig wie ein Skizzenbuch, ein Tagebuch und ein Gespräch wirkt. So persönlich sie auch sind, machen sie eine Wahrheit deutlich, die die ganze Ausstellung durchzieht: Selbst im tiefsten Kummer existiert Schönheit weiter, Seite an Seite mit der Trauer.

 

In A Fallen Tree Still Flowers verwandelt Anholt persönlichen Verlust in eine einfühlsame Betrachtung von Trauer, Erinnerung und innerer Stärke. Die Bilder sind zwar in ihren eigenen Erfahrungen verwurzelt, bleiben aber bewusst offen, sodass Betrachter ihre eigenen Erinnerungen und Deutungen mit einbringen können. Am Ende zeigt die Ausstellung nicht nur ein Porträt der Trauer, sondern auch eine leise Bestätigung: Durch Kreativität, Liebe und Erinnerung können Heilung und Schönheit auch nach einem Verlust weiter aufblühen.